Nach fast zweieinhalb Wochen in Seoul verlassen wir nun auf dem Radweg entlang des Hangang (Han-Flusses) die Stadt und setzen unsere Reise fort. Seoul hat uns enorm gut gefallen. So hat sie unsere langjährige Favoritin Teheran auf den zweiten Platz verwiesen. Die Vielfalt in dieser Stadt ist hier enorm und es finden sich so viele Gegensätze auf kleinstem Raum.
안녕히 가세요 (An-nyeong-hi-gesseyo!) Oder auf Deutsch: Auf Wiedersehen!
Südkorea hat in den letzten Jahren sehr viele neue Radwege gebaut. Diese wurden im Zusammenhang mit der Renaturierung der vier grossen Flüsse des Landes angelegt.
Unter Brücken gibt es oftmals kleine Ständli, wo man etwas zu Essen bestellen und etwas Velolatein austauschen kann. Hier erklärt ein Koreaner Bruno, auf koreanisch wohlverstanden, dass es unterwegs ein Guesthouse gibt, wo man unbedingt einkehren soll. Die würden einem auch abholen kommen, wenn die Beine nicht mehr mögen.
In Korea gibt es unglaublich viele Brücken. Eine ist kunstvoller als die Andere.
Bruno hat sich selbst ins Bild gesetzt.
Wassersport in allen Variationen ist ein unglaublich beliebtes Hobby bei den Koreanern.
Aussicht auf den Bukhangang.
Für Bahn-Afficionados: Auf der rechten Seite im Hintergrund steht der futuristische Bahnhof Baegyang-ri, der auf Stelzen im vermeintlichen Nirgendwo steht. In knapp einer Stunde kann von Seoul aus das dahinterliegende Skigebiet Elysian mittels Metro erreicht werden. In dieser Gegend findet 2018 auch die Winter-Olympiade statt.
Bruno, das da drüben muss ein Einkaufsladen sein, es hat Chäreli vor dem Eingang. Einen Shop zu finden, wo man Lebensmittel einkaufen kann, ist noch nicht so einfach. Zumal es hier auf dem Land nur meist kleine Lädeli gibt, die ihre Ware nicht schon vor dem Eingang präsentiert und auch kein Schaufenster haben. Auch Restaurants sind nicht immer zu erkennen, weil die Fenster mit Folie verklebt sind. Man muss die Türe aufmachen und reinschauen.
Auf dem Weg nach Chuncheon: Der Radweg wird über Brücken und Stege entlang des Ufers geführt. Ein Paradies!
Nun konnte Sibil auch Bruno überzeugen, einen Wohnwagen zuzulegen… Siehe auch hier.
Viele Radwege führen auf Stegen an den Strassen vorbei. So muss man sich höchst selten um anderen Verkehr kümmern.
Inselcamping vom Besten: Wir haben unser Zelt auf einem Veloparkplatz aufgestellt und…
geniessen die Sicht auf die Stadt beim Eindunkeln.
Velowege, bewaldete Hügel und das Wetter könnte nicht besser sein. Wir haben täglich um die 30 Grad Celsius, perfektes Velowetter.
Und so schaut es auf einem koreanischen Campingplatz aus. Wir haben schon auf Rasen und künstlichen Rasen gezeltet: Aber noch nie auf einem Podest!
An jedem freien Platz des Landes wird vorallem Reis, Erdnüsse, Knoblauch, Zwiebeln, Kabis, Hirse, Süsskartoffeln, Chili und vieles mehr angepflanzt.
Häufig führt der Radweg auf alten Bahntrassen. Die einspurige Linie wurde 2010 doppelspurig neu gebaut. Die neue Brücke ist gleich links im Bild zu sehen. Die alten Brücken und Tunnels bekamen eine neue Verwendung als Radweg.
Als Bruno vom Einkaufen zurückkam, fand er dieses illustre Trio lachend und Maiskolben schnabulierend vor. Sibil sass auf diesem kleinen Mäuerchen als sich diese zwei älteren Koreanerinnen zu ihr gesellten. Sofort wurde diskutiert und gestikuliert. Eine Frau packte dann drei Maiskolben aus und reichte Sibil einen. Gekochte Maiskolben werden oft an kleinen Ständen verkauft und ist ein beliebter Snack.
Sonnenuntergang: Hier bleiben wir grad für die Nacht.
Das wunderschöne Eingangstor in Yeoju.
Und gleich nochmal eines zum Silleuksa-Tempel.
Malerei an der Türe des Tempels.
Besuch des buddhistischen Tempels Silleuksa.
Auch die Velos durften wir mit in die Tempelanlage nehmen.
Blick vom Pavillon des Silleuksa-Tempels auf den Hangang.
Sibil erfrischt sich an einer Druckluftstation, die in Korea zweierlei Verwendung findet:
Zum einen kann man hier sein Velo aufpumpen… und zum andern sich nach einer Wanderung den Staub von der Kleidung blasen. (Kein Witz!)
Spontane Gastfreundschaft am Wegesrand: Der freundliche Mann hielt an und öffnete seinen Kofferraum…
… und schenkte uns ganz viele Sachen, die wir dankend annahmen: Wasser, Pommes Chips, Suppen, Erfrischungstücher und Energy Drinks. Mit den zwei Säckchen Holzkohle wussten wir jedoch nicht so richtig was anfangen. Vielleicht waren sie für ein Korean BBQ gedacht.
Fischers Fritz fischt sitzend im Autositz frische Fische. Frische Fische fischt Fischers Fritz sitzend im Autositz.
Und überall Chillis.
Hier werden Erdnüsse geerntet und erlesen.
Unsere Velos werden gerne von anderen Radfahrern bestaunt und untersucht. Oft gilt das Augenmerk unserer Nabenschaltung: Es wird angenommen, dass es sich hier um einen Motor handelt. Der Motor befindet sich aber in den Beinen! Ebenfalls wird immer wieder versucht die Velos hochzustemmen, was jedoch nur wenigen gelingt und immer in einem grossen Gelächter endet. Herrlich.
An der Chilbi in Chungju hat sich Sibil eine wunderschöne Zuckerwatte vom Menü ausgelesen und der Zuckerwattenmann hat ihr dann das kleine Kunstwerk gedreht.
Sicht auf das Stadtzentrum von Chungju, davor unzählige Gewächshäuser.
Kunstvolle Brücken im Hintergrund und schöne Radwege. Das gefällt!
Wir bauen unser Zelt am Fluss auf und bleiben für die Nacht hier. Wild campieren ist in Korea überhaupt kein Problem. Man kann sein Zelt so gut wie überall aufstellen. Das stört hier niemand.
Obwohl Korea ein unglaublich hochtechnisiertes Land ist, kann man Tätigkeiten wie diese an vielen Orten sehen. Zwei ältere Personen dreschen Sesam. Der Samen wird anschliessend gepresst und Sesam-Öl daraus gewonnen.
https://youtu.be/lLNHoIRYu18
Cindy mit ihren Kindern in Suanbo, einer kleinen Stadt, wo es viele Thermen gibt.
Wie immer zum Schluss noch die kulinarischen Highlights
Milch mit Wassermelonen-Geschmack. Sehr melonig.
Wir kauften uns ein Glace mit Bohnenpaste in Fischform (jedoch ohne Fischgeschmack, wohlgemerkt!) und Waffeln ebenfalls mit Melonengeschmack. Der Kioskverkäufer schenkte uns noch frischgekochte Süsskartoffeln als Snack. Sehr fein!